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Starke Fische

 

Unser Kinotipp: Start 20. August 2009

 

Voll aus dem Leben! Aus Klartext von Stefan Donges

In kalten Schweiß gebadet, am ganzen Körper zitternd, erwachte ich frühmorgens auf dem nackten, kalten Boden des überdachten Eingangsbereiches eines Geschäftes liegend, das sich in der Fußgängerzone irgendeiner deutschen Großstadt befand. Die Stadt ruhte noch. Ich hatte Angst die wohlige Wärme meines Schlafsackes, des einzigen Zufluchtsortes der mir geblieben war, zu verlassen. Um dieses noch einen Moment hinauszuzögern, drehte ich mir mit zitternden Händen eine Zigarette, zündete diese an und gab mich dann ganz der beruhigenden Wirkung des Nikotins hin, bis mein, durch meinen ständigen Alkohol- und Drogenkonsum völlig durcheinander geratener Körper mich zwang, den Schlafsack zu verlassen, um, da keine Toilette in der Nähe war, eiligst die nächste Grünanlage aufzusuchen. Ich erreichte jedoch lediglich einen, der inmitten der Fußgängerzone aufgestellten großen, bepflanzten Blumenkübel, dessen Strauchwerk mich zumindest ein wenig verbarg und erledigte hektisch, immer in der Angst ertappt zu werden, mein Vorhaben. Als ich damit fertig war, ging ich zurück zu meinem nächtlichen Lagerplatz, zündete mir erneut eine Zigarette an und nachdem ich auch diese fertig geraucht hatte, begann ich damit meinen Schlafsack zusammenzurollen, wobei ich mich jedoch immer wieder übergeben musste und der aufgrund dieser im Entzug äußerst anstrengenden Arbeit jetzt noch intensiver hervortretende kalte Schweiß, mich immer wieder zwang Pausen einzulegen. Als ich dann endlich den Schlafsack in den Rucksack gezwängt, meine Taschen durchsucht und darin noch ein Zweimarkstück sowie zehn Beruhigungstabletten, die vom vorherigen Tage übriggeblieben waren, gefunden hatte, zog ich auf wackeligen Beinen los, um irgendwo eine Flasche Bier aufzutreiben. Nach einer kurzen Strecke stieß ich auf eine Bäckerei die um diese Zeit schon geöffnet hatte und kaufte unter den herablassenden Blicken der Verkäuferin hinter der Theke, ein Brötchen und eine Flasche Bier und spülte damit sofort nach dem Verlassen der Bäckerei die Tabletten gierig in einem Zuge hinunter, bevor ich das Brötchen hinunterwürgte.
Dies jedoch nur, um eine bessere Wirkung der Tabletten hervorzurufen. Ich versuchte mich an den letzten Tag zu erinnern. Doch wie so oft, fehlte mir auch heute die Erinnerung daran, denn mein Drogenkonsum hatte mittlerweile solche Ausmaße angenommen, dass ich immer häufiger nicht einmal mehr wusste, in welcher Stadt ich morgens gerade aufwachte, ganz zu schweigen davon, wie ich dorthin geraten war.
Ich ging weiter und fragte den nächsten Passanten der mir
entgegenkam: „Entschuldigung, ich habe wieder einmal einen leichten Filmriss, können sie mir vielleicht sagen in welcher Stadt ich hier bin?“ Trotz des ungläubigen Staunens, welches sich jetzt auf dessen Gesicht abzeichnete und der Verwunderung, die solch eine Frage ganz offensichtlich bei dem nun stehen gebliebenen Passanten hervorrief, antwortete dieser wahrheitsgemäß, setzte dann aber eiligen Schrittes seinen Weg fort.
Manchmal, je nach meiner Stimmung, bzw. dem Grad meines Rausches, versuchte ich in solchen grotesken Situationen mein Gegenüber in ein Gespräch zu verwickeln, um auf diese Art schnell noch ein oder zwei Mark zu schnorren. Heute unterließ ich dieses jedoch. Da die zuvor eingenommenen Tabletten jetzt langsam eine Wirkung zeigten und damit meine schlimmen Entzugserscheinungen ein wenig linderten, aber bei Weitem noch nicht genügten um mich einigermaßen sicher über den Tag zu bringen, musste ich jetzt schleunigst etwas unternehmen und für Nachschub an Alkohol, Tabletten und Drogen zu sorgen, bevor die Wirkung wieder zu verschwinden drohte. Zu diesem Zweck war ich gezwungen zunächst das Sozialamt der Stadt aufzusuchen, um mir dort einen Tageskrankenschein und den Tagessozialhilfesatz für Obdachlose, der je nach Ort zwischen fünfzehn und siebzehn DM betrug, abzuholen. War dieses erledigt, musste ich einen Arzt ausfindig machen, der bereitwillig die begehrten Rezepte ausstellte. Ich schlug die Richtung zur Stadtverwaltung ein, beschleunigte jetzt zielstrebig meine Schritte und dachte dabei an früher:
Wie war ich nur hierher geraten, in diese aussichtslose Lage?
In diesen Kampf um meine nackte Existenz, diesen Kampf um die Drogen, die mich schon so oft an den Rande des Todes geführt hatten und dem ich immer wieder, wie durch ein Wunder, nur um Haaresbreite entgangen war, um dann auf der Intensivstation irgendeines Krankenhauses aufzuwachen?
Nur, um diesen Kampf am nächsten Tag von neuem zu beginnen. Hatte diese Odyssee nicht damit begonnen, dass ich mich, auf der Suche nach meiner eigenen Identität, in meiner Jugend gegen das Alte und Herkömmliche, gegen die, von meiner Umwelt als einzig gültiges Weltbild vermittelte, Verherrlichung von Leistung und Konsum, aufgelehnt hatte?
Dabei jegliche Autorität in Frage stellend, anstatt sie kritiklos anzuerkennen, um in diesem Tun auf den erbittersten Widerstand zu stoßen, so dass ich schließlich die Anerkennung meiner Person, die mir von solch einer starren Leistungsgesellschaft in der nur Geld und Erfolg zählte, nicht entgegengebracht worden war, in der Subkultur der Drogenszene gesucht hatte?
In meinem Innern dennoch hin- und hergerissen zwischen diesen beiden Welten, und an der Richtigkeit meiner eigenen destruktiven Handlungen, dem ganzen Gehabe und Getue in der Drogenszene ebenso, wie an der Richtigkeit der materialistischen Gesellschaftsform, mit ihrer Zerstörung der Umwelt, ihrem erbarmungslosen Geist der Leistung zweifelnd, hatte ich damals immer größere Mengen an Rauschmitteln konsumiert, um das schlechte Gewissen, welches mich nach jedem Rausch aufs Neue quälte zu vertreiben und meine innere Zerrissenheit nicht mehr zu fühlen. Und war ich dann nicht immer tiefer in dieses Situation, immer tiefer in die Drogenszene hineingeraten, bis schließlich die Drogen selbst meine Identität geworden waren?
Eine Identität die nach jedem Rausch verschwand und mich ängstlich und unsicher zurückließ. Und doch erahnte ich damals schon auf diesem leidvollen Weg der Sucht, der mich in die höchsten Höhen und die Tiefsten Abgründe meiner Seele führte, dass es noch etwas anderes geben musste. Etwas dass jene unstillbare Sehnsucht, die ich von Kindheitstagen an in meinem Innern verspürt hatte und die mich immer wieder zur der rastlosen Suche antrieb, jene unstillbare Sehnsucht, die ich mit Drogen zu betäuben versuchte, stillen konnte.
War es jene Kraft, die mich immer wieder auf wundersame, jeder Vernunft widersprechenden, Weise vor dem Tode gerettet hatte, wenn ich wieder einmal nach einer Überdosis Tabletten, Heroin oder dem von mir bevorzugten Gemisch aus den verschiedensten Drogen, bewusstlos zusammengebrochen war?

Keine Angst,wie natürlich unschwer zu erkennen ist endete meine Geschichte nicht tödlich, wie die fast aller meiner damaligen Bekannten. In Jesus Christus habe ich nicht nur das gefunden was ich unbewusst mein Leben lang gesucht hatte, sondern er hat mein Leben vollkommmen neu gemacht. In der Bibel steht: Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und in alle Ewigkeit. Er ist auch heute noch real erfahrbar und kann auch Dein Leben völlig verändern.

Ihr könnt das Buch Klartext ISBN 978-3-900578-73-2 vom Stefan Donges zum Preis von 9,95 Euro bei uns bestellen. Schreibt uns einfach!

 

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